Pressemitteilung

Hilfe, mein Hund frisst Gras – krankhaft oder nicht?

Manche Vierbeiner können gar nicht genug bekommen. Genüsslich tapern sie über eine Wiese und zupfen sorgfältig ein Hälmchen nach dem anderen. Der besorgte Tierhalter fragt sich, ist das normal? Leidet mein Schatz unter einem Mangel? Was bedeutet es, wenn mein Hund so viel Grün zu sich nimmt?

Foto: MAKY_OREL, Pixabay.de

"Weit verbreitete Theorien wie Gras reinigt den Magen oder hilft gegen Würmer sind Quatsch“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. Warum manche Hunde Gras fressen, ist nicht vollständig belegt. Es gibt jedoch verschiedene Erklärungsansätze bezüglich dieser Verhaltensweise. In früheren Zeiten, als der Hund noch Wolf war und pflanzenfressende Beutetiere verspeiste, hat der Jäger seinen Fang mit Magen-Darm-Inhalt gefressen. Die Pflanzenfasern wurden demnach mit aufgenommen. Also gehört pflanzliche Nahrung in jedem Fall schon mal zum natürlichen Nahrungsspektrum. Außerdem mögen manche Hunde schlichtweg Gras. Vor allem die zarten Blättchen im Frühjahr schmecken frisch und leicht süßlich. Darüber hinaus sind Pflanzen ballaststoffreich. Vierbeiner merken womöglich intuitiv, dass sie die Verdauung unterstützen.

„Erbricht der Hund nach Aufnahme von Grashalmen jedoch wiederholt, ist das sicher nicht normal“, warnt die Tierärztin. In der Regel wird dann das Gras auch hastig abgerissen und verschlungen. Das Tier wirkt unruhig und wenig entspannt beim Grasen. Kurze Zeit später kommt es zu Würgen und Erbrechen mit Schaum oder Mageninhalt. „Dann sollte der Tierbesitzer eine Tierarztpraxis aufsuchen, die nach der Ursache forscht. Das kann von einer Magenverstimmung, über Parasiten und Fremdkörper alles sein“, erläutert die Veterinärin.

Was bleibt? In der Regel ist Gras fressen kein Alarmsignal. Nur, wenn es gepaart mit Verdauungsstörungen auftritt, muss der Tierhalter hellhörig werden.

Doch auch in unbedenklichen Fällen gilt es eins zu beachten: Kein Gras fressen sollten Hunde an Straßenrändern oder in der Nähe von bewirtschafteten Feldern. Die Halme können mit Rückständen von Abgasen oder Pestiziden belastet sein, die ihrerseits zu Vergiftungen führen können.

weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher

Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

Mobil: +49 177 2451198
E-Mail: tierarzt[at]aktiontier.org