Projekt Kitty

Projekt Kitty: Kastrationspflicht für Katzen?

Die Population verwilderter Katzen steigt täglich. Gerade zur jetzigen Jahreszeit werden wir von den Auswirkungen konfrontiert. Gibt es dafür die eine Lösung?

Solche Straßenkatzen-Fangaktionen sind zeitaufwendig und brauchen Geduld. Foto: © aktion tier e.V.

Die Katze ist Deutschlands beliebtestes Haustier. Das eigensinnige, selbständige Tier zu bekommen ist kinderleicht: Über Online-Tiermärkte werden sie teilweise verschenkt oder der nächste Bauernhof ist froh, dass er die Kleinen losbekommt und sich weiterhin eine teure Kastration sparen kann. Wo auch immer sie hinkommt – meist wird die Katze durch ihre Selbständigkeit immer ein annehmbar gutes Leben haben. Rasch kommt dann die Frage der Kastration. Jemand erzählt einem, dass die Katze mindestens einmal in ihrem Leben Junge bekommen muss, vor ihrem ersten abgeschlossenen Lebensjahr noch viel zu jung ist oder sie doch der Hormone wegen vorher einmal rollig werden soll. Warum diese uralten Märchen noch immer in den Köpfen der Menschen herumgeistern, können wir uns nicht erklären.

Hat man selbst einen Kater, erübrigt sich die Frage für manche sowieso. Spaziert der unkastrierte Draufgänger draußen herum und beglückt die Damenwelt, hat man selbst ja keine Probleme.

Richtig ist: Mit dem 6. Lebensmonat sollte jede sich normal entwickelnde Katze, die nicht zur Zucht eingesetzt wird, kastriert werden.

Was passiert denn da draußen eigentlich?

Da draußen liegen halb verweste Katzenbabys, überfahrene Tiere, Katzen, denen die Parasiten aus allen Körperöffnungen kommen oder in diese hineingelangen, Kater mit geplatzten Abszessen, die Schädeldecke offengelegt, Katzen, die ihr Augenlicht schon in der Gebärmutter verlieren, Hunger, abgemagerte Tiere, die Müll essen, Katzen, die noch nicht einmal einen Blick in die Welt werfen durften und denen die Maden aus Po, Mund und Bauchnabel kriechen, die weiterleben, bis sie von innen aufgefressen wurden.

Solche Kolonien werden teilweise sogar „versorgt“. Einmal täglich werden die „armen Tiere“ gefüttert. Manchmal bekommt man nach Jahren eine Rambo-Katze so zahm, dass man sie einfangen kann und ihnen gegen den golfballgroßen Abszess ein hübsch linderndes Antibiotikum verschreiben lassen kann, aber eine Kastration kommt nicht infrage.

Warum???

Wir kommen liebend gerne und verbringen unsere Nachmittage im Gebüsch, während wir Fallen beobachten. Das kostet auch nichts. Aber wenn es so weitergeht, dass die Kastration so abgelehnt wird, bringen selbst solche Aktionen nur für das Einzeltier etwas. Und im nächsten Jahr dürfen wir wieder weinend um 5 Uhr morgens die krampfenden Katzenseuche-Kitten bei ihrem Tod begleiten.

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