Hausschweine

Rasseportrait: Das Schwäbisch-Hällisches Landschwein

Die Rasse entstand um 1821 in der Umgebung der württembergischen Stadt Schwäbisch Hall durch Kreuzung verschiedener heimischen Landschweinen mit dem aus China importierten Maskenschwein.

Ihrer schwarzen Köpfe wegen wurden die Schwäbisch- Hallischen- Landschweine früher „Mohrenköpfe“ genannt. © emer1940, iStock Foto: © emer1940, iStock

Vorher gab es keine gezielte Schweinerassezucht in Deutschland. Die damals gehaltenen Landschweine hatten noch viel Ähnlichkeit mit Wildschweinen. Das Schwäbisch-Hällische Landschwein gilt als die älteste, traditionsreichste deutsche Schweinerasse und zählt gemeinsam mit dem Angler- und Deutschem Sattelschwein zur Gruppe der Sattelschweine.

Chinesisches Maskenschwein
Chinesisches Maskenschwein Foto: © vieleineinerhuelle, Pixabay

Knappe Rettung

Mit der Intensivzucht von Einheitsschweinen ab den 1960er Jahren nahmen die Bestände sämtlicher traditioneller Landrassen rasant ab. Einige, wie das Deutsche Weideschwein und das Baldinger Tigerschwein, starben unwiederbringlich aus. Das Schwäbisch-Hällische Landschwein überlebte dank hartnäckiger Bauern in Baden-Württemberg.

Die Schweinerasse wurde nach dem Entstehungsort Schwäbisch Hall benannt. Foto: © HeleneOGordon, Pixabay

In den 1980er Jahren begann die von Rudolf Bühler gegründete Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die Rasse aus Restbeständen systematisch neu aufzubauen. Als wichtiger Nebeneffekt blieb dadurch auch die traditionelle Freilandhaltung erhalten. Sämtliche Sattelschweinrassen sind robust, zutraulich und im Gelände trittfest, wodurch sie für die Freilandhaltung bestens geeignet sind.

Die drei deutschen Sattelschwein-Rassen sehen sich ziemlich ähnlich.

Alte Haustierrasen interessierten wenige

Die 1981 in Bayern von Dr. Hans Hinrich Sambraus mitgegründete Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) mit Wissenschaftlern und Biologen machte die Gefahr des Verlusts des Schwäbischen-Hällischen Schweines und den dringenden Handlungsbedarf einer breiteren Öffentlichkeit bewusst. Das Engagement zur Bewahrung alter Nutztierassen wurde jedoch größtenteils als Hobby einiger Intellektueller belächelt und auch die meisten Landwirte sahen die Zukunft der Schweinezucht in modernen Hochleistungshybriden.

Die sich mühsam erholenden „Mohrenköpfe“ erlangten jedoch, aller Häme zum Trotz, im Laufe der Zeit durch Präsentationen auf der Grünen Woche in Berlin und Preise für die besondere Fleischqualität sogar internationale Beachtung. Mit der wachsenden Nachfrage an Zuchttieren stieg auch der Herdbuchbestand. Heute sollen wieder über 1.000, überwiegend ökologische Betriebe diese Rasse züchten.

Immer noch gefährdet

Heute gilt das Schwäbisch-Hällische Landschwein gemäß Roter Liste der GEH immer noch als stark gefährdet. Die anderen Sattelschwein- Rassen Angler-Sattelschwein, Deutsches Sattelschwein und Rotbuntes Husumer Schwein werden sogar als extrem gefährdet eingestuft.

Nicht vorschriftsmäßig gezeichnet - trotzdem Schwäbisch-Hällische Landschweine.
Nicht vorschriftsmäßig gezeichnet - trotzdem Schwäbisch-Hällische Landschweine © Ursula Bauer Foto: © Ursula Bauer

Aussehen

Beim originalen Schwäbisch-Hällische Landschwein sind der Kopf-Hals- Bereich sowie das Hinterteil schwarz mit grauen Säumungsstreifen. Der Sattel dazwischen sowie die Beine sind weiß. Es kommen jedoch auch Tiere mit vielen Flecken und hellem Kopf vor, die trotzdem als Schwäbsich-Hällische Landschweine gelten

Ursula Bauer

Diplom-Biologin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.