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Tierschutz-Tipps für den Sommer!

Der Sommer steht vor der Tür! Damit die warme Jahreszeit nicht nur für euch, sondern auch für die Tiere zu einer schönen und angenehmen Zeit wird, haben wir einige Tipps für euch zusammengestellt. So könnt ihr mithelfen, dass sich auch unsere tierischen Mitbewohner im Sommer wohlfühlen.

Die Urlaubsplanung muss das Tier immer mit einbeziehen.
Die Urlaubsplanung muss das Tier immer mit einbeziehen. Foto: © AdobeStock(Africa Studio

Dein eigenes Haustier – mitnehmen oder zuhause lassen?

Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen und Co. wollen ebenso wie die meisten Katzen ungern auf Reisen gehen. Wenn ihr also in den Urlaub fahrt, lasst sie lieber Zuhause, aber natürlich nicht allein! Es ist wichtig, dass ihr rechtzeitig vor dem Urlaub gemeinsam darüber nachdenkt, wer sich um euren Liebling kümmert. Einen Hund hingegen kann man gut mitnehmen – er freut sich, wenn er bei seinen Bezugspersonen sein darf. Worauf ihr beim Verreisen mit dem Hund alles achten müsst, könnt ihr hier nachlesen.

Straßentier gesichtet – was nun?

In sehr vielen Urlaubsländern gibt es streunende Hunde und Katzen auf den Straßen. Sie sind oft verwildert, das heißt, nicht so zutraulich wie wir es von unseren Haustieren gewohnt sind. Die Tiere aber einfach einzusammeln und mitzunehmen ist keine gute Idee! Denn die Tiere brauchen für eine Ausreise einen EUHeimtierpass, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Wenn ihr den Tieren helfen wollt, könnt ihr euch an Vereine vor Ort wenden, Futter oder Geld spenden, das für die Fütterung von Straßentieren, für die medizinische Behandlung kranker oder verletzter Tiere oder auch für Kastrationen benutzt wird.

Selfies mit (Wild-)Tieren – nicht für alle Beteiligten zum Lachen!

Für Tiere ist es immer am schönsten, wenn sie frei leben dürfen. In manchen Ländern werden aber besonders exotische Tiere wie Schlangen, Koalabären oder Affen zur Schau gestellt und für Besucher zum Fotografieren angeboten. Diese Tiere müssen dann oft stundenlang „arbeiten“ und werden von einer fremden Person zur nächsten weitergereicht und müssen festgehalten werden, damit die Touristen ihr Foto schießen können. Für die eigentlich scheuen Wildtiere ist das keine natürliche Lebensform!

Esel leiden auch unter Hitze.
Esel leiden auch unter Hitze. Foto: © AdobeStock/Andrey

„Reiten schadet den Tieren doch nicht, oder…?“

Doch! Oder zumindest in vielen Fällen. Ob Elefantenreiten in Thailand, Kamelreiten in Ägypten, Eselreiten in der Türkei – viele Urlaubsländer bieten solche Erlebnisse zum Vergnügen der Touristen an. Leider wird dabei auf das Wohlbefinden und die Bedürfnisse der Tiere oft keine Rücksicht genommen. Zum Beispiel, wenn Elefanten einzeln gehalten werden oder klapprige Esel übergewichtige Erwachsene herumtragen müssen. Und auch bei Angeboten wie Ponyreiten oder Wanderritten mit Pferden sollte man vorher gut hinsehen: Sind die Tiere in einem guten Zustand? Oder sind sie abgemagert, verletzt oder werden sie von ihren Haltern schlecht behandelt? Dann sollte man auf jeden Fall auf dieses Angebot verzichten!

Erschöpfte Kutschpferde. Für einen Stadtbummel geht man lieber zu Fuß.
Erschöpfte Kutschpferde. Für einen Stadtbummel geht man lieber zu Fuß. Foto: © Ursula Bauer

Pferdekutschen – (k)ein gemütlicher Zeitvertreib mit Streichelmöglichkeit?

Gerade bei Städtereisen ist es für Familien oft bequemer, wenn man nicht alle Strecken zu Fuß gehen muss, um die ganzen Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen. Viele nutzen dafür Pferdekutschen, weil gerade die Tiere auch bei den Kindern beliebt sind. Dass die Tiere oft stundenlang in der Sonne auf hartem Beton stehen, viel Lärm aushalten und Abgase von Autos einatmen müssen, daran denken die meisten in ihrer Urlaubslaune nicht. Wenn ihr den Tieren helfen wollt, dann fahrt nicht mit diesen Kutschen, sondern geht zu Fuß oder nehmt einen Bus oder ein Boot und macht damit eine Stadtrundfahrt!

Tierische Mitbringsel aus aller Welt – ein ganz (il-)legales Geschäft?

Auf manchen Märkten im Ausland kann man ziemlich „abgefahrene“ Dinge erwerben: in Alkohol eingelegte Skorpione, Taschen aus Krokodilleder, Leopardenfell oder Produkte von anderen bedrohten Tierarten. Das Mitbringen dieser Dinge nach Deutschland ist verboten! Millionen von Seesternen, Seepferdchen, Muscheln, Seeigeln und Schnecken werden jährlich getötet, um sie zu einem geringen Preis an Touristen zu verkaufen. Unser Tipp: Kauft andersartige Souvenirs wie Töpferund Korbwaren oder Schmuck aus Glasperlen und Kokosnuss statt aus Korallen und unterstützt so nicht nur den Naturschutz, sondern auch die Händler vor Ort, die tierfreundliche Souvenirs anbieten.

Getrocknete Seepferdchen und Seesterne sind keine guten Souvenirs.
Getrocknete Seepferdchen und Seesterne sind keine guten Souvenirs. Foto: © Ursula Bauer

Tierparks sind doch gut für Tiere, oder…?“

In vielen Städten und Ländern der Welt gibt es Tierparks, wo den Besuchern möglichst viele und möglichst ausgefallene Tiere gezeigt werden sollen. Dass diese Tiere leider oft nicht artgerecht untergebracht sind und in viel zu kleinen Gehegen ihr Dasein fristen, ist vielen Besuchern gar nicht bewusst. Vor einem solchen Besuch kann man sich im Internet darüber informieren, ob die Tierschutz-Standards in dem Park eingehalten werden.

Delfinarien oder Meereszoos – „Die haben doch Spaß dabei, oder?“

Delfine und oft auch Orcas leben in diesen Einrichtungen in viel zu kleinen Becken, werden dressiert und müssen zu sehr lauter Musik Kunststücke für die Zuschauer vorführen. Diese Tiere sind jedoch sehr intelligent und freiheitsliebend und sollten in keinem Fall in Gefangenschaft gehalten werden. Viele sterben deshalb früh oder werden krank.

Glücklicherweise gibt es immer weniger Delfinarien.
Glücklicherweise gibt es immer weniger Delfinarien. Foto: Pixabay

Tierisch traurige Attraktionen…

In einigen Ländern gibt es für Urlauber traditionelle Schauspiele zu sehen, bei denen Tiere stark leiden müssen oder sogar sterben, wie zum Beispiel bei den Stierrennen und Stierkämpfen. Damit diese Angebote nicht noch mehr Zulauf bekommen, sollte man sie nicht besuchen und auch Reiseunternehmen, die so etwas anbieten, auf das Tierleid hinter diesem „Erlebnis“ hinweisen. Auch du kannst dabei helfen, indem du andere darüber aufklärst und sie vielleicht so von einem solchen Besuch abhältst. Auf diese Weise werden solche brutalen Kämpfe nicht mit eurem Eintrittsgeld unterstützt und finden hoffentlich immer weniger statt.

Behandle achtsam die Natur, hinterlasse keine Spur…

Ganz klar, das macht du sicher sowieso schon so, aber vielleicht müssen hier und da deine Geschwister oder auch mal deine Eltern wieder daran erinnert werden: Lasst keinen Müll irgendwo liegen und zerstört keine Pflanzen, wo ihr euch aufhaltet. Am besten verhaltet ihr euch immer nach dem Motto: Ich lasse alles so zurück, wie ich es vorgefunden habe – oder vielleicht sogar noch besser, wenn du auch gleichzeitig noch ein Bonbonpapier mit aufhebst, das deinem Vorgänger aus der Hosentasche gefallen ist!

Den Flyer „Urlaub im Ausland – Tipps zum Tier- und Artenschutz“ gibt es kostenfrei unter www.aktiontier.org im Downloadbereich oder ist kostenfrei bestellbar unter Tel. 030 3011162-0 oder per E-Mail unter shop[at]aktiontier.org

Rebecca Klemm

Projekt Junior & Tierschutzunterricht