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30. April 2017

Kaninchenseuche grassiert jetzt deutschlandweit

Es herrscht Virenalarm. Im gesamten Bundesgebiet sterben Kaninchen an der Chinaseuche. Der Erreger ist eine Mutante eines bereits bekannten Virusstammes. Es handelt sich um die so genannte Rabbit Haemorrhagic Disease, kurz RHD.

Glücklicherweise ist ab jetzt zeitgleich ein Impfstoff verfügbar. „Die ursprüngliche Variante bezeichnet man als RHD 1. Gegen die kann schon lange geimpft werden, deshalb stellt die kein Problem dar. Was jetzt aktuell unsere Kaninchenbestände bedroht, ist die neue RHD 2“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Da es bisher für RHD 2 keinen zugelassenen Impfstoff in Deutschland gegeben hat, waren die Kaninchen hierzulande nicht vor der gefährlichen Virusvariante gefeit.

Doch jetzt ist die Lösung da. Ein Impfstoff für RHD 2 hat die deutsche Zulassung bekommen. „Kaninchenhalter sollten ihre Tiere umgehend mit dem neuen Impfstoff impfen lassen“, empfiehlt die Kleintierärztin. Die Viruserkrankung endet in aller Regel innerhalb von Stunden tödlich, ohne dass die Vierbeiner vorher auffällige Symptome zeigen. Therapien gibt es keine.

Das Virus ist indirekt übertragbar und zudem extrem widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Das heißt, Tiere können sich nicht nur über Kontakt mit kranken Tieren infizieren, sondern sich auch über Insekten, Kleidung, Gegenstände und Futtermittel anstecken. Damit sind auch Wohnungskaninchen gefährdet.

„Die Seuche hat sich in den letzten Tagen bis nach Süddeutschland ausgebreitet und bedroht jetzt bundesweit alle Kaninchen“, betont die Veterinärin den Ernst der Lage, verbunden mit der Bitte an die Kaninchenhalter, tätig zu werden.

Weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
+49 177 2451198
E-Mail:
tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org