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24. August 2017

Worauf ich achten sollte, wenn ich einen Hund aus dem Tierheim adoptieren möchte

Grundsätzlich ist es lobenswert, wenn sich Menschen nicht beim Züchter, im Zoogeschäft oder via Internet einen Hund besorgen, sondern ins nächste Tierheim fahren, um sich dort nach einem geeigneten Vierbeiner umzusehen. Damit sich Topf und Deckel finden und das Zusammenleben gut klappt, sollten jedoch einige Dinge beachtet werden.

So zählen auch bei der Mensch-Tier-Beziehung auf Dauer die inneren Werte mehr als das hübsche Äußere. „Wählen Sie ihr Tier nicht nach dem Aussehen aus, sondern stellen Sie sicher, dass die Chemie stimmt“, rät Ursula Bauer von aktion tier-Berlin. Nehmen Sie sich Zeit für das Kennenlernen und besuchen Sie Ihren Lieblingshund ruhig ein paar Mal im Tierheim. Beim Spielen, Schmusen oder Gassi gehen stellt sich dann schnell heraus, ob man zueinander passt.

Seien Sie nicht böse, wenn man Ihnen nicht sofort ein Tier mitgibt, sondern erst einmal viele Fragen stellt. Das ist wichtig und richtig. Um eine gute und dauerhafte Vermittlung zu gewährleisten müssen die Tierheim-Mitarbeiter durch Vorgespräche herausfinden, ob der potenzielle neue Halter den individuellen Bedürfnissen des ausgesuchten Hundes gerecht werden kann und auch die Rahmenbedingungen wie genug Zeit und Geld stimmen.

Ist der neue Hund dann eingezogen empfiehlt es sich, diesen zuerst einmal nur an der Leine spazieren zu führen. Schließlich ist man mit dem Tier noch nicht vertraut und kann nicht einschätzen, wie es draußen reagiert. Sehr wichtig sind ein gut sitzendes Geschirr und eine stabile, möglichst bissfeste Leine, damit sich der Hund nicht plötzlich losreißt, aus einem schlecht sitzenden Halsband schlüpft oder die Leine einfach zerkaut. „Ein entlaufener Hund, der weder die Gegend noch seine neuen Besitzer kennt, ist in großer Gefahr und oft nur sehr schwer wieder einzufangen“, weiß aktion tier-Mitarbeiterin Ursula Bauer. Um sich für alle Fälle abzusichern, sollte auch unbedingt eine Hunde- Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Des Weiteren ist es sinnvoll, am Anfang einige Stunden bei einem professionellen Hundetrainer zu buchen. Im Tierheim ist es häufig nicht möglich, alle Vorlieben, Abneigungen und besonderen Verhaltensweisen eines Hundes herauszufinden. Verträgt er sich mit Katzen? Wie reagiert er auf Kinder? Mag er andere Hunde? Kann er allein zu Hause bleiben? Die Antworten auf diese Fragen erhält der neue Besitzer meistens erst im Laufe der Zeit, wenn er gemeinsam mit seinem Tier die entsprechenden Situationen erlebt und seinen Vierbeiner ganz genau beobachtet. Eventuelle Probleme können dann mit Hilfe des Hundetrainers bewältigt werden.

Viele Tierheime beherbergen ausländische Straßenhunde. Diese Tiere sind aufgrund ihres Vorlebens oft sehr ängstlich und teilweise kaum an das in Deutschland praktizierte enge Zusammenleben mit Menschen gewöhnt. „Solch einen Vierbeiner sollte man nur adoptieren, wenn man bereit ist, ihm mit viel Zeit und Geduld die Angst zu nehmen, ihn an das Laufen an der Leine zu gewöhnen und ihm beizubringen, dass nicht jeder Abfalleimer durchwühlt und das Häufchen nicht in die Wohnung gesetzt werden darf“, sagt Ursula Bauer von aktion tier.

Tierheimhunde werden immer vom dort tätigen Tierarzt untersucht, sind in der Regel kastriert und geimpft. Umfangreichere, weitergehende Untersuchungen wie großes Blutbild, Röntgen oder Ultraschall der inneren Organe finden jedoch aus Kostengründen meist nur dann statt, wenn ein konkreter Krankheitsverdacht vorliegt. Es kann also passieren, dass irgendwann im neuen Zuhause ein körperliches Problem entdeckt wird, von dem das Tierheim nichts wissen konnte. Damit müssen die neuen Halter rechnen. Es ist nun ihr Tier, für das sie die volle Verantwortung übernommen haben. Dazu gehört auch, im Krankheitsfall unverzüglich einen Tierarzt aufzusuchen. Ein Anspruch gegenüber dem Tierheim etwa auf Kostenübernahme besteht nicht.

Weitere Informationen bei:

Diplom Biologin Ursula Bauer

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