Haushunde

Tierportrait: Haushunde

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist über viele Jahrtausende hinweg gewachsen. Aus dem Raubtier Wolf wurde mit der Zeit ein immer zahmeres Wesen, das sich heute nicht nur im Charakter, sondern auch im Aussehen vielfach von seinem wilden Vorfahren unterscheidet.

Fortpflanzung & Züchtung

Einen männlichen Hund nennt man `Rüde`, der weibliche Hund heißt `Hündin` und das Hundebaby ist ein `Welpe`. Hündinnen werden in der Regel 2 x pro Jahr läufig und sind dann zur Fortpflanzung bereit. Kommt es zur Paarung zwischen Hündin und Rüden und in der Folge zu einer Trächtigkeit, kann die Hündin pro Wurf zwischen 3 und 9 Welpen zur Welt bringen.

Durch Züchtung wurden etwa 400 zum Teil sehr unterschiedlich aussehende Hunderassen gezüchtet. Der Irische Wolfshund gilt als größte Hunderasse der Welt. Er kann bis zu 80 cm groß und 55 kg schwer werden. Der Chihuahua (gesprochen Tschiwawa) ist mit nur 20 cm Größe und einem Gewicht von höchstens 3 kg der König der Hundezwerge.

Ein Rassehund wurde in einem Zuchtverband gezüchtet, besitzt eine Ahnentafel und ganz bestimmte Rassemerkmale. Als Mischling werden alle Hunde bezeichnet, die keine Ahnentafel eines anerkannten Zuchtverbandes besitzen. Je nachdem, welche Eltern ein Hund hatte, kommen sehr seltsame Mischungen heraus. Zum Beispiel eine Kreuzung aus Schäferhund und Dackel.

Von vorneherein ausgeschlossen sind für Tierfreunde Hunderassen, die als Qualzucht eingestuft werden. Das Herauszüchten extremer äußerer Merkmale wie runder Kopf, hervorstehende Augen und extreme Kurznasen kann zum Beispiel bei Möpsen, Bulldoggen, Pekinesen und Chihuahua zu erheblichen Gesundheitsschäden führen. Bei weiteren Qualzucht-Rassen wie Dobermann, Bordeaux-Dogge, Basset, Shar Pei oder Nackthunden sind genetisch bedingte Erkrankungen vorprogrammiert.

Sinne

Hunde können etwa so gut sehen wie Menschen aber viel besser und sogar im Ultraschallbereich hören. Mit ihren sehr beweglichen Ohren fangen sie die Töne regelrecht ein. Logisch, dass Hunde daher entsprechend geräuschempfindlich sind und leiden, wenn man sie starkem Lärm (Stadtverkehr, Veranstaltungen, Gaststätte etc.) aussetzt. Wichtiger als die Ohren ist für einen Hund seine Nase. Die steckt er überall hinein, er „erschnüffelt“ seine Welt. Jeder Geruch bedeutet für einen Hund eine Vielzahl an Informationen. Etwa so, als würden wir Menschen einen interessanten Zeitungsartikel lesen. Hunde lieben Gerüche, die Menschen eklig finden wie verwesende kleine Tierleichen oder Tierkot. Oft wälzen sie sich in dem Geruch und wir rümpfen dann die Nase. Im Gegenzug finden Hunde Parfüm, Deospray oder andere intensive „Menschengerüche“ zum Davonrennen.

    Lebenserwartung

    Grundsätzlich werden kleine Hunde älter als große. So können Rassehunde wie der Dackel und klein- bis mittelgroße Mischlinge bis zu 18 Jahre alt werden. Der älteste Hund der Welt, eine Rauhaardackel- Dame, ist im Jahr 2009 in New York im Alter von 21 Jahren gestorben. Große und schwere Hunde wie Doggen und Mastinos haben in der Regel nur eine Lebenserwartung von 8 – 10 Jahren.

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      Hundehaltung

      Hunde sind, wie ihr Vorfahre Wolf, Rudeltiere und brauchen die Nähe von Herrchen und Frauchen daher so oft wie möglich - am liebsten rund um die Uhr. Für einen Hund muss man aber auf jeden Fall eine tägliche Extraportion Zeit von ca. 3 Stunden einplanen. Nicht nur zum mehrmals täglichen Gassi gehen sondern auch zum Spielen und Schmusen.

      Auch wichtig: In vielen Städten muss man inzwischen den Kot seines Hundes selbst einsammeln und entsorgen. Also immer Tütchen mitnehmen und schön das Häufchen einpacken und bis zum nächsten Mülleimer oder, im schlimmsten Fall, bis nach Hause tragen. Nicht jedermanns Sache, vor allem, wenn man dabei beobachtet wird.

      Ein Rassehund mit Papieren kann schon mal über 1.000 Euro kosten, einen Mischlingshund bekommt man ab ca. 50 Euro. Im Unterhalt sind Hunde sehr teuer, die Gesamtkosten pro Jahr belaufen sich auf ca. 700 – 1.000 Euro. Diese Summe beinhaltet die jährliche Hundesteuer und Haftpflichtversicherung, Impfungen und Entwurmungen sowie das Futter. Sollte der Hund krank werden oder im Alter Spezialfutter benötigen steigen die Kosten entsprechend.

        Die beste Wahl: Ein Tier aus dem Tierheim

        Wenn Sie auf der Suche nach dem richtigen vierbeinigen Partner fürs Leben sind, fragen Sie bitte immer in einem Tierheim in Ihrer Nähe nach!

        Hier warten nicht nur Hunde auf ein neues Zuhause, sondern man steht Ihnen auch mit Rat und Tat zur Seite. Die Mitarbeiter:innen in aktion tier Tierheimen kenne ihre tierischen Schützlinge ganz genau und können die Tiere gut einschätzen, sodass am Ende auch nur zusammenkommt, was zusammenpasst. 

        Welcher Hund soll es sein?

        Der amerikanische Präsident hält einen Portugiesischen Wasserhund, im Kino läuft Walt Disneys „101 Dalmatiner“ und schon will jeder einen Wasserhund oder einen Dalmatiner. Weil diese Hunderassen gerade in Mode sind. Aber Hunde sind keine Kleidungsstücke, die man wegwerfen kann, wenn sie nicht mehr modern sind. Daher sollte man niemals einen Hund nach dem neuesten Trend auswählen! Auch das Aussehen eines Hundes sollte nicht entscheiden. Wichtig ist das Wesen und der Charakter eines Hundes – der muss zu mir und meinem Leben passen. Sonst geht die Beziehung schief und der Hund landet früher oder später im Tierheim.

        Hunde tragen die Eigenschaften ihrer Rasse oft in sich. Daher sollte man sich vor der Anschaffung immer genau über das Wesen der bevorzugten Hunderasse informieren oder bei einem Mischling wenn möglich die Rasseeigenschaften der Eltern nachlesen. Hunderassen und deren Mischlinge, die speziell zum Hüten von Tieren oder für die Jagd gezüchtet wurden, eignen sich zum Beispiel überhaupt nicht als Familienhund. Oder wollt ihr im Park ständig nach einem Hund suchen, der wieder mal hinter einem Kaninchen herjagt? Und wenn man selbst sportlich ist und gerne joggt ist ein eher träger Bernhardiner bestimmt der falsche Partner.