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Kippflügel bei Wasservögeln – krank durch Brot

Gerade im Frühsommer sieht man am Wasser immer mal wieder eine Gans, Ente oder einen Schwan mit seltsam abgespreiztem Flügel. Hierbei handelt es sich nicht, wie viele denken, um eine Verletzung, sondern um eine ernährungsbedingte Fehlentwicklung der Flügel. Diese sogenannten Kippflügel entstehen bei jungen Vögeln durch Mangelernährung während der Wachstumsphase. Sie können ein- oder beidseitig auftreten. Die Vögel sind dann aufgrund der Behinderung meistens flugunfähig.

Unnatürliches, zu energie- oder proteinreiches Futter, dem wichtige Vitamine und Mineralstoffe fehlen, kann zu diesen Fehlbildungen führen. Brot und Backwaren, die teilweise in Massen an Wassertiere verfüttert werden, sind hier die Verursacher Nummer eins. Durch das abnorm energiereiche Futter wachsen die Schwungfedern der Jungvögel sehr schnell. Sie entwickeln ein Gewicht, dass vom knöchernen Handgelenk des Flügels noch nicht getragen werden kann. Dieses wird erst im Laufe der Jungvogel-Entwicklung durch Mineralisierung stark und stabil und kommt mit dem unnatürlich schnellen Federwachstum nicht mit. Das Gewicht der Federn lässt schließlich die ganze Hand nach außen kippen, wodurch sich das Handgelenk verdreht.

Wenn der Vogel jung und das verformte Handgelenk noch nicht mineralisiert ist, kann die Fehlstellung eventuell noch durch das Einbinden des Flügels korrigiert werden. Bei Wildvögeln hat das allerdings den Nachteil, dass das Tier aus seiner Familie herausgefangen und eine Zeitlang in Gefangenschaft leben muss. Das kann gerade bei Gänsen und Enten zu einer Fehlprägung führen, die eine spätere Auswilderung erschwert oder unmöglich macht.

Um die Entstehung dieser Vogelkrankheit zu verhindern bitten wir dringend, auf das Füttern zu verzichten. Die Gesundheit der Tiere sollte immer wichtiger sein als der persönliche Spaß.

Weitere Informationen bei:

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Diplom Biologin Ursula Bauer

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