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Gefahr Dehydration

Die Medizin hat für jeden Umstand einen Ausdruck im Fachchinesisch parat. In diesem Fall lautet er „Dehydratation“. Damit ist gemeint, dass der Tierkörper im Verhältnis zur Gesamtheit seiner Masse zu wenig Flüssigkeit enthält.

Gerade an heißen Tagen sollte für Tiere Wasser immer griffbereit sein.
Gerade an heißen Tagen sollte für Tiere Wasser immer griffbereit sein. Foto: Matan Ray Vizel/Pixabay

Zur Dehydratation kann es auf zwei Arten kommen. Entweder wird dem Körper zu wenig Flüssigkeit zugeführt, oder aber er verbraucht zu viel. Im ersten Fall bekommen die Tiere schlicht und ergreifend weniger zu trinken als sie brauchen, und der Körper trocknet daher aus. Zum gesteigerten Flüssigkeitsverbrauch hingegen kann es beispielsweise durch Erbrechen, Durchfall oder durch Erkrankungen der Nieren kommen. Auch das Ausharren im Auto bei zu hohen Temperaturen kann zum Volumenverlust den Wasserhaushalt betreffend führen. Das Tier hechelt zur Abkühlung und dabei tropft ihm Flüssigkeit aus dem Maul. Dauert dies zu lange an, kommt es zur Dehydratation. Den ausgetrockneten Zustand beschreibt der Mediziner als exsikkotisch.

Doch ab wann merkt ein Tierbesitzer, dass sein Tier eine kritische Grenze erreicht hat und er seinem Liebling helfen muss?

Ganz einfach! Man macht den Hautfaltentest. Hierzu wird beispielsweise im Nackenbereich eine Hautfalte zwischen zwei Finger genommen und hochgezogen. Lässt der Untersucher die Hautfalte nun los, muss sie sofort glatt verstreichen. Gleitet sie nur langsam hinab oder bleibt nach dem Loslassen sogar stehen, ist Eile geboten.

Der Vierbeiner muss zum Tierarzt. Der kann Infusionen verabreichen, um den Flüssigkeitshaushalt möglichst schnell zu stabilisieren.

Am direktesten kann dies über das Legen eines Venenkatheters erreicht werden. Dann erfolgt der Flüssigkeitsersatz direkt in das Blutgefäßsystem. Doch auch die Verabreichung von Infusionen unter die Haut, also eine subkutane Gabe, gleicht den Wasserhaushalt langfristig aus. Man spricht dann von Rehydratation, also dem Wiederauffüllen des Flüssigkeitsvolumens.

Doch keine Angst: Eine echte behandlungswürdige Dehydratation kommt eher selten vor. Lange nicht jeder Durchfall bedarf einer Infusion. Doch bleibt die Hautfalte tatsächlich stehen, darf nicht gezögert werden, sonst droht Kreislauf- und Nierenversagen.

Dr. med. vet. Tina Hölscher

Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

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