Tierschutzzimmer | aktion tier Junior

Neues aus der Tierschutz-AG – Projekt Junior in Berliner Grundschulen

Auch in diesem Schuljahr findet unsere TierschutzAG an acht verschiedenen Grundschulen in Berlin statt und wird von den Kindern mit großer Begeisterung angenommen. Da sich die AG in diesem Jahr über zwei Halbjahre erstreckt, bleibt mehr Zeit für gemeinsames Lernen, Austausch und viele praktische Aktionen, bei denen die Kinder aktiv zum Tierschutz beitragen können.

Im ersten Themenblock widmeten wir uns unseren heimischen Wildtieren. Gerade im Herbst und Winter sind sie in besonderem Maße auf unsere Rücksichtnahme und Unterstützung angewiesen. Die Kinder lernten dabei viel über das Leben von Igeln und Eichhörnchen: wo sie leben, wovon sie sich ernähren, wie sie den Winter verbringen und welchen Gefahren sie in ihrem Lebensraum ausgesetzt sind. Ein wichtiger Bestandteil der AG war außerdem die Frage, wann Tiere unsere Hilfe benötigen – und wann es besser ist, sie nicht zu stören. Diese Unterscheidung ist ein zentraler Aspekt verantwortungsvollen Tierschutzes. Als wertvolle Unterstützung diente uns dabei der Leitfaden des aktion tier-Igelzentrums in Hannover, der den Kindern eine klare Orientierung bot.

Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit ganz konkreten Schutzmaßnahmen. Gemeinsam schauten wir uns zum Beispiel an, wie Igelhäuser gebaut werden können und worauf dabei zu achten ist, damit sie in der kalten Jahreszeit tatsächlich als sicherer Unterschlupf dienen. So wurde theoretisches Wissen direkt mit praktischen Handlungsmöglichkeiten verknüpft.

Als sichtbare Anerkennung ihres Engagements erhielten die Kinder zum Abschluss des Themenblocks die ersten Stempel in ihre Hefte.
Als sichtbare Anerkennung ihres Engagements erhielten die Kinder zum Abschluss des Themenblocks die ersten Stempel in ihre Hefte. Foto: aktion tier

Kleine Geste, große Hilfe: Futterknödel für Vögel

Wenn der Winter naht, wird die Nahrungssuche für viele hier heimische Vögel zunehmend schwieriger. Kälte, Frost und eine geschlossene Schneedecke lassen natürliche Futterquellen knapp werden. Die Kinder der Tierschutz-AG wollten helfen. Gemeinsam machten wir uns in der Zille-Grundschule in Berlin-Friedrichshain und in der W-I-R Grundschule in Berlin-Köpenick daran, Futterknödel für Vögel herzustellen.

Besonders wichtig war uns dabei, auf natürliche Zutaten zu achten und bewusst auf Plastiknetze zu verzichten. So entstanden umweltfreundliche Futterknödel, die sich problemlos aufhängen lassen und eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Meisenknödeln darstellen. Die selbst hergestellten Futterknödel konnten im Anschluss in den eigenen Gärten oder an anderen geeigneten Plätzen aufgehängt werden. So wirkt das Projekt über die gemeinsame Aktion hinaus weiter und verbindet pädagogisches Lernen mit praktischem Tierschutz im Alltag.

Es braucht oft keine großen Mittel, um etwas zu bewirken. Kleine Hände können Großes schaffen, wenn sie wissen, wie.
Es braucht oft keine großen Mittel, um etwas zu bewirken. Kleine Hände können Großes schaffen, wenn sie wissen, wie. Foto: © aktion tier

Kinder basteln ein Weihnachtsgeschenk für Tierheimtiere

Gerade die Zeit um den Jahreswechsel ist für viele Tiere oft stressig und voller Risiken. Für die jungen Tierfreunde der Tierschutz-AG an der Grundschule in Rosenthal war schnell klar: Es reicht ihnen nicht, nur zu wissen, wie man an den Feiertagen Rücksicht auf Tiere nimmt. Sie wollten selbst aktiv werden und den Bewohnern des aktion tier-Tierheims in Zossen (Brandenburg) zu Weihnachten eine ganz besondere Freude bereiten. Gemeinsam entstand die Idee, einen Schnüffelteppich für die Hunde zu basteln. Die Kinder wussten bereits, dass Hunde nicht nur Bewegung brauchen, sondern auch geistige Beschäftigung. Gerade für Tiere im Tierheim, bei denen Abwechslung im Alltag manchmal zu kurz kommt, ist diese Form der Auslastung besonders wertvoll. Ein Schnüffelteppich bietet genau das: Beschäftigung, Förderung und Spaß zugleich.

Voller Eifer und Hingabe wurde in gemeinschaftlicher Arbeit aus zahlreichen selbst zugeschnittenen FleeceStreifen ein Schnüffelteppich zusammengeknüpft, in dem später kleine Futterstücke für die Hunde versteckt werden können. Durch das gezielte Suchen mit der Nase wird der Hund nicht nur geistig ausgelastet, er hat sogar noch großen Spaß dabei! Und auch bei den fleißigen Kindern kam trotz der mühevollen Handarbeit das Singen und Lachen nicht zu kurz.

Wünsche für das neue Jahr

Zum Ende des Jahres, kurz vor den Feiertagen, drehte sich in unserer AG vieles um Weihnachten und Silvester sowie um die Frage, wie wir diese besonderen Tage so gestalten können, dass kein Tier darunter leiden muss. Schnell wurde deutlich, dass viele Kinder bislang kaum wussten, welche Auswirkungen Feuerwerk und Böller auf Tiere haben können.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema zeigte, wie sensibel Kinder auf das Leid von Tieren reagieren, sobald sie darüber informiert sind. Keinem Kind war es gleichgültig, dass Tiere Angst empfinden oder verletzt werden können. Im Gegenteil: Viele äußerten den Wunsch, künftig bewusster zu handeln und Rücksicht zu nehmen. Dieser Prozess verdeutlicht, wie wichtig altersgerechte Aufklärung und ausreichend Raum für Reflexion im pädagogischen Alltag sind.

Zum Abschluss des Jahres stellte ich den Kindern die Frage:

Was wünscht ihr euch für euch selbst – und was für die Tiere – im neuen Jahr 2026?

Ihre Antworten schrieben sie auf kleine, bunte Zettel. Die Wünsche waren so vielfältig wie die Kinder selbst, doch in einem Punkt waren sich alle einig: Sie wünschen sich mehr Mitgefühl für Tieren und die Umwelt – an Silvester ebenso wie im Alltag.

Damit die Wünsche der Kinder Wirklichkeit werden können, braucht es gemeinsames Handeln. Veränderung entsteht nicht durch große Gesten allein, sondern durch viele kleine, bewusste Entscheidungen im Alltag: durch einen achtsamen Umgang mit Traditionen, durch Gespräche im familiären Umfeld und vor allem durch das Vorleben von Respekt gegenüber Tieren und der Natur. Pädagogische Arbeit kann hierfür wichtige Impulse geben – ihre Wirkung entfaltet sich jedoch erst dann nachhaltig, wenn Kinder erleben, dass ihre Gedanken zählen und ihr Handeln einen Unterschied macht. Empathie, Verantwortung und Achtsamkeit wachsen dort, wo Kinder ernst genommen werden, wo sie beobachten, mitfühlen und selbst handeln dürfen. 

Bei den Wünschen ging es den Kindern um ein ruhigeres Silvester, um achtsameres Feiern, um saubere Lebensräume und darum, Tiere nicht nur an Feiertagen zu schützen, sondern an jedem einzelnen Tag.

Diese Gedanken zeigen eindrucksvoll, wie klar und empathisch Kinder auf die Welt blicken können, wenn man ihnen den nötigen Raum dafür gibt.

Die Informationsflyer zu „aktion tier Junior“ und „aktion tier Tierschutzunterricht“ können Sie kostenfrei anfordern unter Tel. 030 3011162-55, per E-Mail unter shop[at]aktiontier.org oder diese im Downloadbereich herunterladen.

Rebecca Klemm

Projekt Junior & Tierschutzunterricht