Umstrittene Praktiken
Die Honigbiene ist in Deutschland kein Wildtier, sondern ein vom Menschen gehaltenes Nutztier. Während wildlebende Bienenvölker ihre Waben selbst bauen, sich durch Schwärmen vermehren und natürliche Abwehrmechanismen gegen Krankheiten entwickeln, greifen viele Formen der modernen Imkerei tief in das Leben der Tiere ein. Insbesondere die ertragsorientierte Imkerei setzt auf große Völker und hohe Honigmengen. Dafür werden viele natürliche Verhaltensweisen unterdrückt.
Zu den umstrittenen Praktiken gehören das Verhindern des Schwärmens, das Einsperren oder Flügelstutzen von Königinnen, die künstliche Teilung von Bienenvölkern, intensive Zuchtmaßnahmen sowie die künstliche Besamung von Königinnen. Zudem wird den Bienen meist ein Großteil ihres Honigs entnommen und durch Zuckerfutter ersetzt.
Wesensgemäße Imkerei
Als besonders tierfreundliche Form der Bienenhaltung sieht aktion tier die wesensgemäße Imkerei. Sie orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen der Bienen, minimiert menschliche Eingriffe und ermöglicht den Tieren, natürliches Verhalten auszuleben.
Imkerei ist kein Naturschutz
Die aktion tier-Kampagne macht außerdem deutlich, dass die Haltung von Honigbienen eine landwirtschaftliche Tätigkeit und keine Naturschutzmaßnahme ist. Die Nutzinsekten sind zwar wichtige Bestäuber, insbesondere in großflächigen landwirtschaftlichen Monokulturen wie Raps- oder Sonnenblumenfeldern. In blütenarmen Lebensräumen wie Trockenrasen und Naturschutzgebieten, aber auch in Städten, können zu viele aufgestellte Bienenvölker jedoch die Artenvielfalt gefährden, da Honigbienen mit Wildbienen um Nahrung konkurrieren und Krankheiten übertragen können.
Honig so gesund wie Zucker
Auch die weit verbreitete Annahme, Honig sei ein besonders gesundes Lebensmittel, entspricht nicht den ernährungsphysiologischen Fakten. Honig ist zwar lecker und natürlich, besteht jedoch überwiegend aus Zucker. Wertvolle Inhaltsstoffe sind nur in geringen Mengen enthalten.
Unsere Empfehlungen
Aus Tierschutzsicht empfiehlt aktion tier, möglichst auf Honig zu verzichten und stattdessen alternative Süßungsmittel wie Dattelsüße, Stevia oder Erythrit zu verwenden. Wer dennoch Honig kaufen möchte, sollte mindestens regionale Bio-Qualität wählen. Oder besser noch Honig aus wesensgemäßer Imkerei, der beispielsweise vom Bioverband Demeter oder vom Verein Mellifera e.V. angeboten wird.
Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Internetseite.



