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Gamaschen schaden häufig mehr als sie nützen

Bandagen und Gamaschen sind in Pferdeställen weit verbreitet. Sie werden den Rössern zum Schutz der empfindlichen Gliedmaßen angelegt. So gibt es Ausführungen für das Training, für den Stall, Exemplare speziell für den Transport oder auch für den Koppelgang. Doch erfüllen sie auch wirklich ihren Zweck? Oder bereichern sie vor allem die Kassen der Hersteller für Pferdezubehör?

Antworten auf diese Fragen liefern aktuelle Studien. Ihrer Schutzfunktion werden Gamaschen und Bandagen schon gerecht. Allerdings stützen sie die Gliedmaße nicht, wie häufig vom Hersteller behauptet. Zudem bringt das Anlegen der Produkte gravierende Nachteile mit sich.

Wollstallbandagen mit wattierten Unterlagen behindern beispielsweise den Lymphfluss, so das Ergebnis einer Studie der tierärztlichen Universität Hannover. Die veterinärmedizinische Fakultät der Uni München stellte zudem fest, dass durch das Tragen von Gamaschen die Blutzirkulation eingeschränkt wird. „Beides ist eindeutig schadhaft für die Gesunderhaltung der Gliedmaße“, schlussfolgert Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., aus den Untersuchungen.

In der Summe empfehlen die Experten nur dann Gamaschen anzulegen, wenn das Pferd transportiert oder im Springsport eingesetzt wird. „Bester Verletzungsschutz ist immer noch ein trittsicheres Pferd“, konstatiert Frau Dr. Hölscher. Um diese Trittsicherheit zu erreichen, sollte man seinen Vierbeiner regelmäßig über unebenen Boden bewegen. Vorzugsweise auch auf verschiedenen Untergründen wie Sand-, Wiesen- oder Waldboden. Auf diese Weise wird die Trittsicherheit gefördert und damit langfristig das Verletzungsrisiko vermindert. Und ganz nebenbei verschafft es Abwechselung vom Trainingsalltag.

Weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
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