TODSCHICK – Daunen
Daunen sind besondere Vogelfedern ohne sichtbaren Kiel, die aus weichen, flaumigen, strahlenförmig angeordneten Federästchen bestehen. Durch ihre spezielle „Bauweise“ wird in den Zwischenräumen der zahlreichen Verästelungen viel Luft gespeichert, welche gut isoliert. Erwärmt sich diese Luft durch den Körper, bietet sie einen lang anhaltenden Kälteschutz.
Daunen sind außerdem atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und temperaturausgleichend. Mit nur 0,001 bis 0,002 Gramm wiegt ein Daunenbällchen fast nichts. In der Bekleidungsindustrie finden vorrangig Daunen von Hausgänsen und -enten Verwendung, die zur Stabilisierung meistens mit einem geringen Anteil kleiner Federn kombiniert werden. Dieses Gemisch dient als Füllung unter anderem für Bettwaren, Schlafsäcke, Outdoorund Winterbekleidung.
TODSCHICK - So viel Tierleid steckt in Kleidung
Die meisten Menschen kaufen sich Kleidungsstücke und Accessoires, ohne groß darüber nachzudenken, woraus diese bestehen. Bei manchen steht ein möglichst niedriger Preis im Vordergrund, andere kaufen einfach, was ihnen gefällt oder gerade angesagt ist.
Unsere Kampagne TODSCHICK wird uns durch die Jahre 2022/2023 hindurch begleiten, denn sie besteht aus den Themen Seide, Leder, Wolle, Pelz und Daunen, die wir Ihnen hintereinander vorstellen werden.
Mit dieser Kampagne möchten wir über Kleidung aus Materialien tierischen Ursprungs informieren, für die unsere Mitgeschöpfe teilweise erheblich leiden müssen. Damit Sie Ihre Kaufentscheidungen in Zukunft bewusster treffen und eventuell auf Alternativen ausweichen.
- Warum Vögel Daunen besitzen
- Gänse- und Entendaunen im Vergleich
- Entwicklung der Daunennutzung
- Tierleid in Dauen
- Besonderheit Eiderdaunen
- Chemie in Daunenkleidung
- Gibt es Daunen ohne Tierleid?
- Bringen Gütesiegel mehr Tierwohl und Verbrauchersicherheit?
- Kunststoff: Keine Alternative!
- Unsere Empfehlung: Pflanzenfasern
- „Gans entspannt“ ohne Daunenprodukte!
Warum Vögel Daunen besitzen
Nicht alle Vögel besitzen Daunen, aber sämtliche Wasservögel sind mit diesen fantastischen Federchen ausgestattet. Sie wachsen am Unterbauch und im Brustbereich unter den stabilen Deckfedern, umhüllen den Vogelkörper an seinen empfindlichsten Stellen und halten ihn warm. Derart geschützt kühlen die Tiere während des Fluges nicht aus und können auch im Winter draußen überleben. Daunen funktionieren aber auch umgekehrt und kühlen im Sommer bei Hitze.
Die unempfindlichen Deckfedern schützen die Daunen vor allem vor Nässe, denn so multifunktional die flaumigen Leichtgewichte auch sind – beim Kontakt mit Wasser klumpen sie zusammen und verlieren all ihre guten Eigenschaften. Da Wasservögel einen Großteil ihres Lebens schwimmend, tauchend und gründelnd verbringen, fetten sie ihre Deckfedern mit einem öligen Sekret aus der Bürzeldrüse ein, so dass diese wasserdicht bleiben und alle Feuchtigkeit von den Daunen abhalten.
Bei den feinen Federn von Küken und Jungvögeln handelt es sich nicht um Daunen, sondern um modifizierte Konturfedern. Das sind die dachziegelartig am Vogelkörper anliegenden Federn, welche unter anderem die äußere Gestalt formen.
Gänse- und Entendaunen im Vergleich
Gänse und Enten liefern die Daunen für unsere Bettwaren und Kleidungsstücke. Im Vergleich sind Daunen von Hausgänsen größer und kräftiger als die von Hausenten. Daher können sie unter anderem besser Wärme speichern. Um den gleichen Isolationsgrad zu erreichen, muss man 10% mehr Entendaunen verwenden. Aufgrund der größeren Leistungsfähigkeit sind die Daunen von Gänsen bei vergleichbarer Qualität auch teurer als die von Enten.
Bei der Nutzung gibt es jedoch keine Unterschiede. Sowohl Gänse- als auch Entendaunen werden zum Füllen von Bettdecken, Kissen, Schlafsäcken, Jacken und anderen Kleidungsstücken verwendet.
Entwicklung der Daunennutzung
Schon seit Jahrhunderten werden die Daunen und Federn von Hausenten und -gänsen als Füllmaterial vor allem für Decken und Kissen verwendet. Die sogenannten Federbetten galten bis ins 20. Jahrhundert hinein als besonders wertvoll. In Hannover entstand 1879 die deutschlandweit erste Daunendecken - Fabrik. Der Firmengründer erfand die später patentierte Daunen- Steppdecke, die wir bis heute gebrauchen. Durch die Steppung entstehen sogenannte Kassetten, in denen die Daunen nicht verrutschen und nicht so leicht verklumpen können.
Obwohl in den vergangenen 20 Jahren synthetische Fasern wie Polyester die Nachfrage nach Daunen- Bettwaren zurückgehen ließ, ist das Interesse daran inzwischen wieder groß. Heute sollen 80% der Bettdecken mit Daunen und Federn gefüllt sein.
Die Erfindung der Daunenbekleidung wird dem Schneider Eddie Bauer zugeschrieben, der im Jahr 1936 nach einem frostigen Angelausflug eine Jacke mit Kammern versehen und diese mit Gänsedaunen gefüttert haben soll. Später entstanden dann auch ganze Anzüge mit Daunenfüllung unter anderem für das Militär sowie für Himalaya- Expeditionen.
Ab den 1960er Jahren wurden DaunenSteppjacken dann immer mehr zum Modethema und hängen inzwischen in fast jedem Kleiderschrank. Daneben liegen aber auch gesteppte Daunenröcke und -hosen für jede Jahreszeit voll im Trend.








