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Uhus brüten am Neuen Rathaus in Hannover

Während der Corona bedingten Schließung des Neuen Rathauses und der damit einhergehenden Ruhe, hat sich eine Uhu-Familie unter der großen Kuppel des Neuen Rathauses im Herzen Hannovers eingenistet. Prof. Dr. Lars Baumann, Personaldezernent der Landeshauptstadt Hannover, entdeckte eines der Tiere am Rathausturm.

Neues Rathaus in Hannover
Mit seinen Türmen, Nischen und Balkonen bietet das Neue Rathaus viele ruhige Plätze, an denen Eulen nisten können. Foto: Foto: Matthias104a, / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Um sicherzustellen, dass es dem Tier gut geht, hat die Stadt daraufhin Kontakt mit der aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen aufgenommen und uns um eine Einschätzung gebeten. Anhand eines Fotos konnte er feststellen, dass es sich um ein zehn bis zwölf Wochen altes Uhu-Küken handelt, das gut entwickelt ist und alterstypisch neugierig seine Umgebung erkundet. Die Landeshauptstadt Hannover taufte den stolzen Vogel auf den Namen Otto.

Leider stürzte der junge Uhu in die Nische einer Baustelle am Rathaus. Um dem „Jung-Eulerich“ wieder auf die Krallen zu helfen, fuhr ich nach Hannover. Bei der anschließenden Untersuchung vor Ort zeigte sich, dass der Uhu zu geschwächt war, um zurück zum elterlichen Nistplatz zu finden. Der Uhu wurde aus seiner misslichen Lage befreit, in der Wildtierstation Sachsenhagen aufgepäppelt und ausgewildert.

Dass sich Uhus im Neuen Rathaus niedergelassen, ist nicht allzu ungewöhnlich.

Mit seinen Türmen, Nischen und Balkonen bietet das Neue Rathaus viele ruhige Plätze, an denen Eulen nisten können. Dass es während der Corona-Pandemie deutlich weniger Publikumsverkehr gegeben hat und somit ruhiger war, dürfte sein Übriges getan haben. Im angrenzenden Maschpark und dem Maschsee finden die Tiere auch ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Mäusen, Wasservögeln und auch Ratten vor. Es wäre nicht überraschend, wenn die Tiere im nächsten Jahr zurückkämen, da sie nun um die Vorzüge rund ums Rathaus wissen.

Prof. Dr. Lars Baumann würde es freuen: „Es ist sehr schön, dass so seltene Tiere unser Rathaus für sich entdeckt haben“. Insgesamt sechs Uhus hat die Wildtierstation bis Anfang Oktober als Pfleglinge aufgenommen. Einen kleinen Uhu hatten Jugendliche beim Klettern in einem Steinbruch fälschlicherweise mitgenommen. Mit Hilfe der unteren Naturschutzbehörde konnte das Jungtier wieder an den Fundort zurückgeführt werden.

Dr. Florian Brandes

Stationsleiter, Fachtierarzt für Wildtiere und Artenschutz

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