Was machen Igel im Frühling?
Wie verläuft eigentlich ein Igeljahr? Der letzte Teil der Serie rund um’s Igeljahr nimmt Sie mit in den Frühling. Die Igel erwachen aus dem Winterschlaf – und wie geht’s weiter?

Was machen Igel im Frühling?
Wenn es draußen länger um die 10 °C warm ist, erwachen die Igel aus ihrem Winterschlaf. Während des Winterschlafs können Igel bis zu 30 Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Darum gehen sie nun nach dem Aufwachen intensiv auf Futtersuche, um wieder Gewicht zuzulegen.
Die Gewichtszunahme ist die Hauptaufgabe des Igels im Frühling, damit sie zur Paarungszeit wieder genug Energie haben. Diese beginnt ungefähr ab Mai.
Was gefährdet Igel im Frühling besonders?
Da die Igel nach dem Winterschlaf sehr viel Gewicht verloren haben, ist ein gutes Nahrungsvorkommen für sie nun extrem wichtig. Doch viele Gärten bieten den Wildtieren keine ausreichende Nahrung mehr.
Dazu kommen die ersten Gartenarbeiten, sobald der Garten für den Frühling rausgeputzt wird. Gartenmaschinen wie Häcksler, Laubsauger oder Mähroboter stellen eine potenziell tödliche Gefahr für viele Wildtiere dar.
Was ist im Frühling im Igelzentrum los?
Auch unsere Winterschläfer erwachen jetzt. Die Igel aus unseren 120 Winterschlafboxen werden nach dem Aufwachen untersucht und bei starkem Gewichtsverlust zunächst noch etwas gepflegt, bevor sie zur Auswilderung wieder von ihren Findern abgeholt werden. Das heißt: Es müssen viele Finder kontaktiert werden.
Zudem werden uns jetzt viele magere und schwache Igel gebracht, die den Winterschlaf nicht gut überstanden haben. Kranke Igel werden stabilisiert und behandelt, um schnell wieder ausgewildert werden zu können.
Auch treffen nun Igel mit Schnittverletzungen durch Gartenarbeiten ein. Sowohl in privaten Gärten als auch auf öffentlichem Grund werden Igel Opfer der Mäharbeiten. Nicht jeden betroffenen Igel können wir retten. Ist eine Gliedmaße so stark verletzt, dass sie amputiert werden muss, hat der Igel in der freien Natur auf lange Sicht keine Überlebenschance. Durch abgetrennte Pfoten fehlen die Möglichkeiten zum Graben und zur Nahrungsbeschaffung. Auch Parasiten wie Milben können durch Kratzen nicht mehr selbstständig entfernt werden, was einen Stachelverlust und somit den Verlust der Schutz- und Verteidigungsfähigkeit zur Folge hat. Diese Igel haben leider keine Chance, wieder ausgewildert zu werden.
Ohne Sie geht es nicht.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen wir uns über jede Spende.
Wie kann man Igel im Frühling unterstützen?
Sonnenstrahlen und milde Temperaturen sind für viele Gartenliebhaber verlockend und laden dazu ein, ihren Garten wieder auf Vordermann zu bringen. Doch noch befinden sich manche Igel im Winterschlaf. Das Aufwachen aus dem Winterschlaf kostet viel Energie. Es wäre daher fatal, wenn man durch übereifrige Gartenarbeit die Igel vorzeitig aus dem Winterschlaf weckt oder ihnen sogar das Winterschlafnest zerstört. Außerdem können schlafende Igel bei den Arbeiten verletzt werden.
Deswegen bitten wir dringend darum, von Gartenarbeiten abzusehen, bis der Frühling wirklich Einzug gehalten hat und die Igel wieder aktiv sind. Bei länger andauernden Außentemperaturen von um die 10 °C werden die Igel langsam wieder munter und die Gartensaison kann beginnen.
In den ersten Wochen nach dem Aufwachen aus dem Winterschlaf können Sie den Igeln auch helfen, indem sie getreidefreies Katzennassfutter für sie bereitstellen. Eine flache Schale mit Wasser, das regelmäßig gewechselt wird, empfehlen wir ganzjährig.
Auch Versteckmöglichkeiten und Nestmaterial in Form von altem Laub und Reisig sind wichtig für Igel.
Achten Sie beim Gärtnern auf die Nester der Igel. Vor dem Bearbeiten eines Gartenstücks schauen Sie nach, ob sich ein Igelnest am Boden versteckt. Wer noch dazu umweltfreundlich gärtnern will, setzt auf klassische Handgeräte wie Spindelmäher, Rechen, Heckenschere oder Sense.
Frühlingszeit ist Pflanzzeit!
Der Igel ist als Insektenfresser auf einen natürlichen Garten mit einem ausreichenden Nahrungsangebot angewiesen. Er ernährt sich hauptsächlich von proteinreichen Insekten wie Käfern, Ohrwürmern, Tausendfüßlern, Asseln und verschiedenen Insektenlarven. Auch Spinnen, Ameisen, Wespen und Mücken stehen auf seinem Speiseplan. Leider findet man in vielen Gärten lediglich kurzen, gepflegten Rasen und fremdländische, für viele Insekten wertlose oder überzüchtete Pflanzen. Die richtigen Pflanzen stellen jedoch die Ernährungsgrundlage zahlreicher Insekten dar, die wiederum dem Igel als Nahrung dienen.
Helfen können Sie Insekten, Igeln und anderen Wildtieren, indem Sie Ihren Garten in ein Stückchen Natur mit heimischen Arten verwandeln. Je vielfältiger ein Garten bepflanzt ist, desto mehr Leben kann sich entwickeln. Verschiedene einheimische Gehölze mit duftenden Blüten, Früchten und Beeren sind ebenso wichtig wie eine Wildblumenwiese. Auf Pestizide und Unkrautvernichter sollte natürlich verzichtet werden, weil sie das Insektenvorkommen minimieren oder dem Igel selbst schaden, wenn er vergiftete Insekten frisst.
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Eine umfangreiche Liste mit empfehlenswerten, insektenfreundlichen Pflanzen finden Sie hier:










