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Wiltierauffangstation Rastede

Aktiver Wildtierschutz vor Ort: Auch Führungen durch die Station gehören dazu. Foto: © Wildtierauffangstation Rastede
K. Meyer mit Greifvogel
Über 1000 Tiere werden jährlich der Wildtierstation aufgenommen und versorgt. Die Arbeit zielt darauf hin, möglichst viele Tiere wieder in die freie Wildbahn auszuwildern. Foto: © Wildtierauffangstation Rastede
Im Winter kommen täglich verletze, kranke, oder fast verhungerte Tiere in die Wildtierstation. Foto: © Wildtierstation Rastede
Ist eine Auswilderung trotz aller Bemühungen nicht mehr möglich, verbleiben manche Tiere auf Dauer in der Station oder werden in öffentliche Hände wie zoologische Gärten, Wild - und Vogelparkanalagen vermittelt. Foto: © Wildtierstation Rastede
Fünf Trauerschwäne, drei Bennett-Kängurus und ein Steinbock waren in Kartons auf dem Weg von den Niederlanden nach Polen, bis die Polizei den Transport stoppte. Aufgrund fehlender Papiere und tierschutzwidriger Unterbringung wurden die Tiere sichergestellt. Foto: © Polizei Bad Bentheim
Bennett-Kängurus in Rastede
Die drei Kängurus hockten zusammengekauert in kleinen Holzkisten und konnten sich kaumbewegen. In der Wildtierstation Rastede wurden sie behandelt. Foto: © Wildtierstation Rastede
Auszubildende Simone kümmert sich um zwei kranke Schwäne. Foto: © Wildtierstation Rastede
Terrarienanlage in der Wildtierstation Rastede
Terrarienanlage in der Wildtierstation Rastede. Foto: © Wildtierauffangstation Rastede
Kindergruppe in der Wildtierstation Rastede
Im Rahmen von Aktionstagen werden Kinder und Jugendliche in der Wildtierstation Rastede spielerisch an die verschiedenen naturbezogenen Themen herangeführt. Foto: © Wildtierstation Rastede
Naturlehrpfad und Biotop
Naturlehrpfad und Biotop in der Wildtierstation Rastede. Foto: © Wildtierstation Rastede
 
 

Die aktion tier-Wildtierauffangstation Rastede, Niedersachsen, nördlich von Oldenburg gelegen, pflegt verletzt aufgefundene Wildtiere und hat eine großzügige Reptilienstation auch für beschlagnahmte Tiere. Die Auffangstation verfügt über ein vereinseigenes Gelände von 28 000 m². In der staatlich anerkannten Station werden jährlich bis zu 1000 Wildtiere aufgenommen und gepflegt. Das Einsatzgebiet erstreckt sich von Emden bis Cuxhaven, von den ostfriesischen Inseln bis Vechta und dem Bundesland Bremen. Oberstes Ziel für das Stationsteam ist die Wiederauswilderung. Zu den „Patienten“ zählen neben Greif-, Sing- und Wasservögeln auch Säugetiere, Reptilien und Exoten. Exoten, die hier nicht in die Freiheit entlassen werden können, werden an zoologische oder wissenschaftliche Einrichtungen weitergegeben. Zudem gibt es ein Nachzuchtprogramm für heimische Vogelarten, die vom Aussterben bedroht sind.

In der Vergangenheit hat sich unsere Landschaft stark verändert und so haben sich die Lebensbedingungen für unsere heimischen Wildtiere drastisch verschlechtert: Auto- und Schienenverkehr, Verdrahtung unserer Landschaft durch Hochspannungsleitungen und Stacheldraht, Fensterscheiben und Wintergärten, Windkraftanlagen, illegale Müllbeseitigung in der freien Natur, die verstärkte Verwendung von Insektiziden und Pestiziden, sowie die Verölung unserer Meere und viele andere Faktoren haben zu dieser Situation geführt. Viele Menschen verschließen in Anbetracht dieser Tatsache einfach die Augen und überlassen die Wildtiere ihrem Schicksal, mit der Begründung, es sei natürliche Auslese. Wir sind der Meinung, dass man so nicht denken sollte und vertreten die Ansicht, dass es sich eben nicht um eine natürliche Auslese handelt, sondern dass wir Menschen die Verantwortung für die Natur, unsere Umwelt, haben und entsprechend handeln müssen.

Im Winter kommen täglich zu den „festen“ Bewohnern der Wildtierstation verletzte, kranke, oder fast verhungerte Tiere hinzu. Im Frühjahr, mit Beginn der Jungtierzeit, haben wir dann einen weitaus umfassenderen Tagesablauf, so müssen z.B. junge Säugetiere im Abstand von wenigen Stunden rund um die Uhr versorgt werden. Natürlich muss es auch das ganze Jahr über jedes Wochenende jemanden geben, der Dienst macht und die Tiere versorgt, denn Tiere kennen kein Wochenende und keine Feiertage.

Um Kindern ein umweltbewusstes Denken zu vermitteln, setzt die Wildtierstation auf "erlebnisorientiertes Lernen": Ein Naturlehrpfad, Aktionstage und Angebote für Kindergruppen und Schulklassen sowie Führungen durch die Station ermöglichen einen unvergesslichen Einblick in aktiven Natur- und Artenschutz.

Unsere Highlights 2014

Von Klaus Meyer, April 2015. Die Wildtierauffangstation in Rastede verzeichnet in dem zu Ende gehenden Jahr eine Rekordzahl aufgenommener, in Not geratener Tiere. Etwa 2/3 Drittel der aufgenommenen Tiere waren Vögel, aber auch Exoten wie Schlangen und Reptilien und Säugetiere – z. B. Igel, Rehe oder Hasen – gehörten zu unseren „Kunden“.

Der hohe Aufwand, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station leisten müssen, wird am Beispiel allein gelassenere Rehkitze deutlich. Die Kitze sind nur wenige Tage alt, wenn sie zu uns kommen. Sie müssen wie Säuglinge über Wochen rund um die Uhr gefüttert und betreut werden. Eindrucksvoll wurde hierüber im Fernsehen berichtet. Acht so aufgezogene Rehkitze wurden zur Blutauffrischung auf einer Insel ausgewildert. Intensiv wurde in den Medien über die Beschlagnahme eines Tiertransporters berichtet, der quer durch Europa Kängurus, Schwäne und einen Steinbock in sehr beengten Behältern transportieren wollte. Nach Wochen der Notversorgung in der Station sind der Steinbock in ein Wildgehege bzw. an den ursprünglichen Empfänger, nun aber in besser geeigneten Transportboxen gegeben worden. Mit besonderer Freude stellten wir im Laufe des Jahres fest, dass ein in der Station gebautes Storchennest von zwei Jungvögeln angenommen worden ist. Wir hoffen, dass die beiden nach gesunder Rückkehr aus dem Süden im kommenden Jahr eine Brut in der Station beginnen. Seit Jahren führt die Wildtierauffangstation mit einem Schulzentrum Projekte aus dem Bereich des Natur- und Umweltschutzes durch. Im vergangenen Jahr bereiteten die Schülerinnen und Schüler Schildkröten mit großem Enthusiasmus für die Überwinterung vor. Der Rasteder Bürgermeister, Dieter von Essen, ließ es sich nicht nehmen, die Kinder während der Projektarbeit zu begrüßen.

Im Laufe des Jahres wurden in der Station neue Volieren errichtet, um die Nebenanlage, die über viele Jahre in Wahnbek genutzt wurde, an die Gemeinde zurückgeben zu können.

Ein besonderes Highlight zu Ende des Jahres konnte der Stationsleiter, Klaus Meyer, erfahren. Ein Mitglied der Rockgruppe „Status Quo“ war von seinem Engagement für den Tier- und Artenschutz so angetan, dass er ihm eine von der Gruppe handsignierte Gitarre schenkte.

Sabrina Behrends und Ulrike Becher
Foto: © Wildtierstation Rastede

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K. Meyer mit Greifvogel
Foto: © Wildtierauffangstation Rastede

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