Logo Aktion-Tier

Tierschutzgerechte Ostern

Industriell gefärbte Ostereier
Industriell gefärbte Eier müssen nicht gestempelt werden und stammen meistens von Hennen, die in Käfigen gehalten werden. Foto: © Ursula Bauer
Kaninchengehege in einem Einkaufszentrum
Nicht artgerechtes Kaninchengehege mit viel zu niedriger Umzäunung. Foto: © aktion tier e.V.
Osterdeko
So geht es auch - schöne Osterdeko ohne lebende Tiere. Foto: © Ursula Bauer
Hühner brauchen Freilauf
Die Käfighaltung von Legehennen ist tierschutzwidrig - Hühner brauchen Freilauf! Foto: © Ursula Bauer
Osterlamm aus Kuchenteig
Für ein Osterlamm aus Kuchenteig muss kein Tier leiden. Foto: © Ursula Bauer
Offenes Feuer
Osterfeuer bitte vor dem Abbrennen umschichten, damit Tiere, die sich darin versteckt haben, flüchten können. Foto: Ursula Bauer
Kaninchen in der Mast
Kaninchen in Drahtkäfigen in der Massentierhaltung. Foto: aktion tier e.V./Bauer
 
 

Das Osterfest

Als eines der wichtigsten christlichen Feste feiern die Kirchen mit dem Osterfest die Auferstehung Jesu. Tatsächlich ist Ostern jedoch eine weltweite Tradition mit vielfältigen Bräuchen aus vorchristlicher Zeit. Gefärbte Ostereieier und unser beliebter Osterhase etwa entstammen heidnischen Fruchtbarkeitsriten und wurden erst später durch die Kirchen „christianisiert“. Unabhängig vom Ursprung freuen wir uns heute im Zusammenhang mit Ostern vorrangig auf ein langes, freies Wochenende, ein mit Ostersymbolen geschmücktes Haus, suchen versteckte Eier und Süßigkeiten und genießen das gemeinsame Essen im Kreis der Familie.

Das Osterfest beinhaltet unter anderem mit Eiern, Osterhasen und Osterlamm traditionell viele Aspekte aus der Tierwelt, die durchaus problematisch sind. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie Ostern ohne Tierleid feiern können.

Osterfeuer

Dieser alte Brauch, den Winter und böse Geister durch ein großes Feuer in der Osternacht zu vertreiben, ist grundsätzlich ein schönes und stimmungsvolles Erlebnis. In den für das Feuer aufgeschichteten Holz- und Asthaufen können sich allerdings Tiere wie Mäuse und Igel verstecken. Um zu verhindern, dass diese Tiere verbrennen, sollten die Haufen vor dem Entzünden unbedingt noch einmal umgeschichtet werden. Bitte weisen Sie die Veranstalter vor Ort auf diesen wichtigen Umstand hin. Sie können dadurch Tierleben retten.

Osteressen

In vielen Haushalten gehören Gerichte mit Lamm- oder Kaninchenfleisch zum Osterfest dazu. Schafe können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen. Für die Produktion von Lammfleisch dürfen die Tiere jedoch höchstens 1 Jahr alt werden. Bei der intensiven Lämmermast werden die Lämmchen nur etwa 8 Wochen von den Mutterschafen gesäugt und bereits während der Säugezeit mit Mastfutter zugefüttert. Nach der Trennung vom Muttertier werden die Lämmer in Gruppen meist ausschließlich im Stall gehalten und mit Heu und Kraftfutter gemästet, bis sie im Alter von etwa 4 Monaten ein Schlachtgewicht von 38 bis 43 kg erreicht haben. Nur bei der Weidelämmermast dürfen die Lämmer bei ihren Müttern bleiben und mit der Herde auf der Weide leben. Aber auch in dieser Haltungsform werden sie nach 8 bis 12 Monaten geschlachtet.

Sollten Sie sich überlegen, zu Ostern einen Kaninchenbraten aufzutischen dann denken Sie bitte daran, dass Kaninchen in der konventionellen Mast oft in großen Hallen zu mehreren Tausend Tieren gehalten werden. Hier leben sie in Gruppen von bis zu 8 Tieren in Drahtkäfiggen ohne Einstreu. Jedem Tier steht eine winzige Fläche von nur 800 cm² zur Verfügung. Das ist etwas mehr als die Größe eines DIN A4-Blattes. Kaninchen können bis zu 10 Jahre alt werden. In der tierquälerischen Intensivmast werden sie jedoch bereits in einem Alter von durchschnittlich 3 Monaten geschlachtet.

Bitte überlegen Sie, ob Sie den traditionelle Lamm- oder Kaninchenbraten in diesem Jahr nicht durch ein köstliches vegetarisches Gericht ersetzt möchten. Und ein dekorativer Hefezopf oder ein Kuchen in Form eines Lamms spiegeln den Osterbrauch ganz genauso gut wider.

Ostereier

Eier gehören zum Osterfest einfach dazu. Sie werden hartgekocht gegessen sowie zum Backen und Dekorieren gerade in dieser Zeit in großen Mengen verwendet. Die Herkunft von frischen, losen Eiern ist leicht am Eierstempel (erste Zahl) zu erkennen. Tierfreunde greifen zu Bioeiern (0) oder Freilandeiern (1). Eier mit der 3 aus der tierfeindlichen Käfighaltung sollten tabu sein. Denn obwohl Legebatterien seit 2012 eu-weit verboten sind, betreiben mehrere Mitgliedsstaaten weiterhin diese grausame Form der Legehennenhaltung, bei der jedem Tier lediglich 550 cm² Platz (weniger als 1 DIN A4-Blatt) im Drahtkäfig zur Verfügung steht. Aber auch das Nachfolgemodell, bei dem jeweils bis zu 60 Tieren in sogenannten Kleingruppen-Käfigen gehalten werden, ist tierschutzwidrig. Jeder Henne stehen in diesem Haltungssystem nur 800 cm² Platz (etwas mehr als 1 DIN A4-Blatt) zur Verfügung.

Industriell gekochte und gefärbte Eier stammen aus Kostengründen in der Regel von Hennen aus der Käfig-Massentierhaltung. Da diese Eier im Gegensatz zum ungefärbten Schalenei nicht mit dem Eierstempel gekennzeichnet werden müssen, bleibt ihre Herkunft dem Verbraucher verborgen. Daher raten wir grundsätzlich vom Kauf der gefärbten bunten Eier ab.

Färben Sie zu Hause lieber selbst Eier aus Bio- oder Freilandhaltung. Das Bemalen und Verzieren ist ein toller Spaß für die ganze Familie und steigert die Vorfreude auf das Fest.

Tiergehege in Einkaufszentren

Leider werden zu Ostern in vielen großen Einkaufszentren Tiergehege aufgebaut - meist mitten in der Shopping Mall zwischen Rolltreppen, Boutiquen und Verkaufsständen. Besonders Kaninchen und Meerschweinchen, aber auch Hühner- und Gänseküken müssen dort als lebende Dekoration die Besucher erfreuen. Sie sind nicht nur dem grellen Licht und dem dauerhaft hohen Geräuschpegel in der Einkaufspassage schutzlos ausgeliefert. Häufig sind auch die Umzäunungen viel zu niedrig und schützen die Tiere nicht von „Grabschhänden“. Außerdem können unvernünftige Menschen jederzeit völlig ungeeignetes und für die Tiere schädliches Futter hineinwerfen. Selbst große Verbotstafeln können dies nicht verhindern.

Wenn Sie solche österlichen Tiergehege in Ihrem Einkaufszentrum entdecken, dann äußern Sie bitte Ihre Kritik bei der Centerverwaltung. Der Kunde ist letztendlich König und jedes Management wird sensibel auf Kundenbeschwerden reagieren.

Osterkaninchen

Tiergehege in Einkaufszentren verfolgen natürlich auch den Zweck, Menschen zum Kauf eines Tieres zu animieren. Die Hinweise, dass man die süßen Kaninchen im ansässigen Zooladen kaufen kann, sind meist nicht zu übersehen. Egal ob zu Weihnachten oder zu Ostern – lebende Tiere eignen sich nicht als Geschenk. Selbst wenn ein Kaninchenbaby vielleicht ganz oben auf der Oster-Wunschliste Ihres Kindes stehen sollte. Plüsch ja – lebend nein!