Hühner-Eier: Durch bewussten Konsum Tierleid verhindern | Haushühner | Massentierhaltung

Aus für Käfighaltung – nicht für Käfigeier

Mit dem Verbot der Kleingruppenhaltung müssen Hennen in Deutschland seit dem ersten Januar 2026 nicht mehr in Käfigen leben. Nur in begründeten Ausnahmefällen können Betriebe eine Verlängerungsfrist bis 2028 beantragen.

Legehennen dürfen in Deutschland nicht mehr in Käfigen gehalten werden. Foto: © Сергей Корчанов, Pixabay

Während die extrem tierquälerischen Legebatterien in Deutschland seit 2010 und in der EU seit 2012 verboten sind, ist nun auch das Nachfolgemodell, die Kleingruppenhaltung, Geschichte. Diese Form der Käfighaltung mit bis zu 60 Hennen pro Einheit war als Übergangsform für Betriebe gedacht, die vorher Batteriekäfige genutzt hatten. Ihr Anteil ging kontinuierlich zurück und lag Ende August 2025 nur noch bei rund 2,7 %.

Nach Österreich, wo jede Käfighaltung von Hennen bereits seit 2020 untersagt ist, endet dieses Leid nun auch in Deutschland. In vielen EU-Mitgliedstaaten, darunter wie Polen, Slowakei, Tschechien, Bulgarien und Rumänien, sind Kleingruppen-Käfige jedoch weiterhin zulässig und die dominante Haltungsform.

Bodenhaltung nicht viel besser

Mit etwa 60% dominiert in Deutschland mit Abstand die Bodenhaltung, wo Herden von bis zu 6.000 Hennen ausschließlich im Stall leben müssen. In der klassischen Bodenhaltung mit nur einer Ebene sind bis zu 9 Hennen pro Quadratmeter erlaubt. In der mehrstöckigen Volierenhaltung können es durch zusätzliche Gitterebenen bis zu 18 Hennen pro Quadratmeter Stallboden sein.

Die hohe Besatzdichte begünstigt Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Krankheiten verbreiten sich schneller, was häufig einen erhöhten Medikamenteneinsatz nach sich zieht.

Volierenhaltung von Legehennen. Foto: © aktion tier e.V.

Käfigeier in Deutschland

Wer die Käfighaltung im eigenen Land aus Tierschutzgründen verbietet, sollte konsequenterweise auch keine Käfigeier mehr importieren. Deutschland bezieht jedoch weiterhin jedes Jahr große Mengen an Schaleneiern und Ei-Produkten unter anderem aus Polen, wo über 50% der Legehennen in Kleingruppen-Käfigen leben sollen. Zudem stammt ein hoher Anteil der EU-Eierimporte aus der Ukraine, überwiegend aus Legebatterien. Die importierten Käfig-Eier gelangen vor allem als Flüssigei, Eipulver oder in verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Backwaren oder Mayonnaise auf den Markt.

Nur in Österreich und Deutschland ist die Kleingruppen-Käfighaltung verboten. Foto: © Henadzi Pechan, iStock

Käfigeier in Lebensmitteln

Für Eier, die in Fertiggerichten und verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, gibt es keine Kennzeichnungspflicht. Der Verbraucher erfährt also nichts über deren Herkunft und Haltungsform. Einige Hersteller kennzeichnen freiwillig, vor allem, wenn sie auf die Verwendung von teureren Eier aus Bodenhaltung umgestellt haben.

In vielen industriell gefertigten Lebensmittel sind Eier versteckt. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer

Ausnahme Bioprodukte

In Bio-Produkten dürfen grundsätzlich nur Eier aus ökologischer Haltung verarbeitet werden! Das ist selbstverständlich, selbst wenn nur „Ei“ auf der Zutatenliste steht.

Käfigeier als Schaleneier im Supermarkt?

Alle frischen Hühnereier mit Schale, die in Deutschland an Verbraucher verkauft werden, müssen mit einem Stempel gekennzeichnet sein, der Auskunft über das Herkunftsland, den Erzeugerbetrieb und die Haltungsform der Legehennen gibt. Egal, ob sie aus einem Drittland oder aus der EU importiert wurden.

Eier im Supermarkt. Foto: © Ursula Bauer

Bereits seit der Abschaffung der Legebatterien in 2010 gibt es in Deutschland keine frischen Käfigeier mehr im Laden zu kaufen. Schon vor dem Verbot hatten führende Supermarktketten den Verkauf freiwillig eingestellt. Heute werden im Handel nur noch Eier aus Biohaltung (Stempelzahl 0), Freilandhaltung (Stempelzahl 1) oder Bodenhaltung (Stempelzahl 2) angeboten. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht!

Etikettenschwindel

Die EU weite Kennzeichnungspflicht, die das Stempeln der Eier direkt im Geflügelstall vorsieht, wird bislang nur in Belgien, den Niederlanden, Italien und Deutschland vollständig umgesetzt. In allen anderen Mitgliedstaaten erfolgt die Stempelung erst in Packstellen, in denen täglich Eier aus unterschiedlichen Haltungsformen zusammenkommen. Dadurch sind Verwechslungen sowie bewusste Falschetikettierungen möglich.

Die Legehennen-Haltung in der Ukraine liegt laut Expertenmeinung weit unter dem EU-Standard. Foto: © AdobeStock_chayakorn

In diesen Packstellen werden nicht nur heimische, sondern auch aus Drittstaaten importierte Eier sortiert, gewogen und verpackt. Nach Angaben des flämischen Geflügelverbands Landsbond Pluimvee, der in mehreren deutschen Medien zitiert wird, sollen auch Schaleneier aus ukrainischen Legebatterien ohne vorgeschriebenen Erzeugerstempel in EU Packstellen gelangen und dort fälschlich als Bio Eier deklariert werden.

Um sicher zu gehen, empfehlen wir daher, bei verarbeiteten Lebensmitteln auf Bioprodukte zu achten und auch bei Schalen-Eiern ausschließlich deutsche Bio-Eier zu wählen.

Eierstempel auf deutschen Bio-Eiern. Foto: © Ursula Bauer

Ursula Bauer

Diplom-Biologin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.