Nistmaterial für Wildvögel und Eichhörnchen
Zum Bau der Kobel und Nester verwenden die Tiere normalerweise natürliche Materialien wie Moos, biegsame Zweiglein und Gräser, die sie in der Umgebung finden.

Vor allem in unseren Städten sind diese Baustoffe jedoch häufig Mangelware, da Grünflächen zurückgehen und die meisten Gärten zu sauber aufgeräumt sind. Aus Not verbauen Vögel und Eichhörnchen daher vermehrt gefährliche Plastikschnüre oder -tüten und Zeitungspapier. Wir empfehlen daher, den Tieren geeignetes Nistmaterial anzubieten.
Was kann ich anbieten?
Viele unbehandelte, natürliche Materialien können bedenkenlos bereitgestellt werden:
- Trockene möglichst biegsame Gräser und Pflanzenstängel
- Dünne, kleine Zweige und Wurzeln
- Trockenes Moos und Flechten
- Weiche Pflanzenteile z.B. von Schilf oder Ziergräsern
- Lange Kiefernnadeln
- Rindenstücke
- Kapok (siehe Kasten)
Tierhaare
Die Haare von Pferden, Kaninchen, Schafen, Hunden und Katzen scheinen auf den ersten Blick hervorragendes Nistmaterial zu sein. Sie dürfen jedoch nur verwendet werden, wenn das Spendertier keine Medikamente erhalten hat und nicht gegen äußere Parasiten wie Flöhe, Milben oder Zecken behandelt wurde. In ausgekämmten Haaren verbleibende Wirkstoffrückstände können bei Nestlingen schwere Vergiftungen oder Entwicklungsstörungen verursachen. Um Verheddern oder Strangulieren zu vermeiden, müssen lange Tierhaare zudem auf maximal 10 cm gekürzt werden.
Was man beim Sammeln beachten sollte
Um zu verhindern, dass man Gutes tun möchte, aber am Ende Schlechtes bewirkt, sollte man grundsätzlich maßvoll sammeln und bei den folgenden Materialien genau hinsehen:
Moos darf zwar in kleinen Mengen aus der Natur entnommen werden, geschützte Moose wie Torf- und Hainmoose sind jedoch tabu. Komplett verboten ist auch die Mitnahme in Naturschutzgebieten und Nationalparks. Um sicherzugehen, empfehlen wir, getrocknetes Moos im Handel zu kaufen oder kleine Mengen und nie das ganze Polster nur aus dem eigenen Garten zu entnehmen.
Vogelfedern sollten man nicht draußen einsammeln, da an ihnen Parasiten wie Milben haften können. Außerdem ist die Mitnahme von Federn geschützter Arten verboten. Besser geeignet sind Biofedern und -daunen aus einem alten Kopfkissenbezug. Möglichst mit GOTS- Zertifizierung, da sie dann garantiert chemiefrei sind.
Was ist ungeeignet?
Alles, was für Jungtiere gefährlich sein kann, gehört nicht ins Nest. Dazu zählen Materialien aus synthetischen Kunststoffen, chemisch behandelte Stoffe sowie solche, in denen sich die Jungen verheddern, verletzen, strangulieren oder die sie verschlucken könnten. Nicht geeignet sind insbesondere:
- Fäden, Garn und Schnüre: hohe Verwicklungs- und Strangulationsgefahr
- Gefärbte Strickwolle: Verwicklungs- und Strangulationsgefahr; chemische Farbstoffe und Behandlungsmittel können Giftstoffe freisetzen;
- Watte (synthetisch und natürlich): Verwicklungs- und Strangulationsgefahr; bietet keinen Schutz vor Kälte und Nässe;
- Stoffstreifen: Verwicklungs- und Strangulationsgefahr; chemische Farbstoffe und Behandlungsmittel können Giftstoffe freisetzen; kein Wärme- oder Nässeschutz;
- Synthetische Fasern und Verpackungsmaterial: Verwicklungsgefahr; Farbstoffe und Behandlungsmittel können Giftstoffe freisetzen; Umweltbelastung durch Mikroplastik;
- Kokosfasern: zu lang (Verwicklungs- und Strangulationsgefahr); zu glatt (schlechte Verwebbarkeit); schlechte Wärmespeicherung;
- Menschenhaar: Verwicklungs- und Strangulationsgefahr; Vergiftungsgefahr durch Rückstände von Medikamenten, Pflegeprodukten und Drogen;
Wie soll ich Nistmaterial anbieten?
Geeignete Nistmaterialien können in einer Schale oder auf einem Tablett an einer erhöhten Stelle platziert oder in einer Astgabel befestigt werden. Alternativ eignen sich spezielle Spender oder die Halterungen für lose Futterknödel. Wichtig ist, dass der Standort katzensicher ist.
Der richtige Zeitpunkt
Eichhörnchen haben in der Regel zwei Brutzeiten im Jahr: die erste im Frühjahr ab Januar und die zweite zwischen Mai und August. Die Brutphase unserer Singvögel beginnt meistens Ende Februar und dauert bis August. Daher ist es sinnvolle, Nistmaterial vom zeitigen Frühjahr an bis Ende des Sommers anzubieten.
Wenn Sie einen Garten besitzen, dann gestalten Sie ihn bitte natürlich und strukturreich, verwenden Sie kein Gift und lassen Sie wilde Ecken zu, damit Tiere natürliches Nistmaterial selbst sammeln können.













