Unsere Rotfüchse (Vulpes vulpes) gehören neben Schakalen, Kojoten und Wölfen zur Familie der Hunde. Eine Fuchsfähe bringt einmal jährlich zwischen März und April durchschnittlich 3-5 Junge zur Welt. Beide Elternteile beteiligen sich an der Aufzucht und sollte das Muttertier zu Tode kommen, übernimmt der Fuchsrüde sogar die Rolle des alleinerziehenden Papas.
Stadtfüchse bitte in Ruhe lassen
Füchse leben seit vielen Jahrzehnten mitten unter uns selbst in sehr dicht besiedelten Bereichen. Allein in Berlin werden bis zu 15.000 sogenannte Stadtfüchse geschätzt. Ein paar Spielregeln erleichtern das Zusammenleben.

Auch wenn vor allem die Jungen sehr niedlich sind, sollte man weder die Welpen noch erwachsene Tiere anfassen und auch nicht füttern. Füchse sind keine Haustiere. Eine gewisse Zurückhaltung und Respekt vor diesen Wildtieren schützen in erster Linie die Tiere selbst. Ihre natürliche Nahrung besteht unter anderem aus Mäusen, Kaninchen, Ratten, Aas, Insekten, Regenwürmern und Obst. Was Menschen den Tieren anbieten, ist in der Regel ungeeignet und führt zu Erkrankungen und Mangelerscheinungen. Außerdem bedingt reichlich Nahrung bei Wildtieren eine höhere Vermehrungsrate. Gut gefütterte Füchse haben mehr Junge und eine stetig wachsende Fuchspopulation wird von der Bevölkerung irgendwann als unangenehm und störend empfunden.
Verboten
Zudem macht die Fütterei, welche übrigens verboten ist und mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro belegt werden kann, die Tiere abhängig. Statt selbst auf Nahrungssuche zu gehen, verlegen sie sich irgendwann aufs Betteln, und werden unter Umständen aufdringlich, wenn das Erwartete nicht serviert wird.
Durch Füttern zum Problemfuchs
Wenn Füchse ihre Scheu vor Menschen verlieren, kommt es früher oder später zu Problemen. So können zum Beispiel aufdringliche Streichelversuche mit einem Biss enden. Außerdem denken viele bei einem sich zutraulich nähernden Tier sofort an Tollwut, obwohl seit 2008 in Deutschland kein tollwütiger Fuchs mehr festgestellt wurde. Verhaltensauffälligkeiten wie Erregbarkeit und Aggressivität, aber gerade auch eine unnatürliche Furchtlosigkeit gelten als typische Merkmale der Krankheit. Panikartig wird dann häufig der Stadtjäger gerufen, der den unschuldigen und völlig gesunden Fuchs erschießt.
Stadt-Land-Fuchs
Stadtfüchse haben im Laufe der Zeit Populationen gebildet, die sich kaum noch mit den Landfüchsen vermischen. Sie haben sich als sogenannte Kulturfolger an die Nähe des Menschen, den Lärm und Verkehr gewöhnt und finden in unseren üppigen Wohlstandsabfällen viel Fressbares, ohne groß auf die Jagd gehen zu müssen. Der urbane Fuchs gräbt sich in Parks, Kleingärten, unter Gartenhäuschen oder auf Brachflächen Bauten, in denen er, im Gegensatz zum eher einzelgängerischen Landfuchs, meist im Familienverband lebt und seine Jungen großzieht. Er ist zurückhaltend und friedfertig und will im Grunde nur eins – in Ruhe gelassen werden.








