aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen

Verwaiste Seeadler in der Wildtierstation aufgenommen

Mit nur zehn Tagen Abstand hat die Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen gleich zwei junge Seeadler aufgenommen, die im Raum Neustadt am Rübenberge hochgradig abgemagert und geschwächt aufgefunden wurden.

Dr. Florian Brandes bei der Bergung des Seeadlers.
Dr. Florian Brandes bei der Bergung des Seeadlers. Foto: aktion tier Niedersachsen

Den ersten Adler fanden Mitarbeiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer am 02.07.2019. und brachten ihn in die Wildtierstation. Es handelt sich um einen männlichen Jungvogel, der mit 2.450g stark untergewichtig und nicht mehr flugfähig war. Der zweite Seeadler wurde am 12.07.2019 auf einem Forstweg entdeckt. Nachdem der Vorsitzende des NABU-Neustadt Reinhard Hoffknecht die Wildtierstation verständigt hatte, konnte der weibliche Jungvogel von Stationsleiter Dr. Florian Brandes um 22:00 Uhr abends im Wald eingefangen werden. Auch dieser Jungadler war so geschwächt, dass er mit Sicherheit verhungert wäre, wenn man ihn nicht gefunden hätte. Da der Fundort des zweiten Jungvogels nur 1,5 km vom Fundort des ersten entfernt war, kann man davon ausgehen, dass es sich um Geschwister handelt, denn beide Adler können erst vor kurzem aus dem Horst ausgeflogen sein und sich noch nicht sehr weit von diesem entfernt haben. Der Standort des Horstes ist allerdings nicht bekannt. Ebenfalls unbekannt ist, warum gleich beide Jungadler den Anschluss an die Eltern verloren haben. Die Führung durch die Altvögel ist in den ersten Wochen nach dem Ausfliegen lebensnotwendig, bis die Jungvögel gelernt haben sich selbst zu versorgen.

Der männliche Jungadler Siegfried hat sich in den ersten zwei Wochen nach der Auswilderung noch ausgelegtes Futter auf dem Gelände der Wildtierstation geholt. Jetzt hält er sich immer noch überwiegend im Landkreis Schaumburg und der näheren Umgebung auf. Ganz anders dagegen seine Schwester Sonja, die innerhalb von zwei Wochen bis nach Dänemark geflogen ist und sich seitdem an der Nordseeküste unweit der deutsch-dänischen Grenze aufhält. Da beide Jungvögel jetzt seit über zwei Monaten unterwegs sind und gelernt haben sich selbstständig zu versorgen, kann die Auswilderung als erfolgreich angesehen werden.

Nachdem die Jungvögel wieder kräftig genug waren, haben sie zur Kontrolle der Auswilderung einen Sender erhalten. Damit kann regelmäßig ihr Standort ermittelt werden. Die Patenschaft und Kosten für die rund 1.000 Euro teuren Sender haben der Deutsche Falkenorden – Bund für Falknerei, Greifvogelschutz und Greifvogelkunde e. V. und der NABU-Neustadt e.V. übernommen.

Dr. Florian Brandes

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