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Wildtierstation beteiligt sich am Schutz der Wechselkröte

Seit dem Frühjahr 2019 ist die Wildtier- und Artenschutzstation an einem Projekt zum Schutz der Wechselkröte (Bufotes viridis) beteiligt. Die Wechselkröte steht in Niedersachsen auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht.

Die Wechselkröte steht auf der Roten Liste.
Die Wechselkröte steht auf der Roten Liste. Foto: Richard Podloucky

Sie hat in den letzten 100 Jahren rund 80 % ihres niedersächsischen Bestandes eingebüßt und kommt nur noch in den Landkreisen Wolfenbüttel und Helmstedt an wenigen Standorten vor. Die Sicherung der noch bestehenden Vorkommen ist daher absolut entscheidend für den Erhalt der Art in Niedersachsen.

Im Auftrag der in dem Projekt federführenden Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wolfenbüttel zieht die Wildtierstation nun Jungkröten auf. Dazu wurde im Mai eine Laichschnur aus einem Gewässer des letzten stabilen Vorkommens entnommen und durch Marieke Neßmann, Leiterin der Ökologischen NABUStation Aller/Oker (ÖNSA), nach Sachsenhagen gebracht. In Obhut der Wildtierstation wurde nun das sehr verlustreiche Quappenstadium überbrückt, um aus den Eiern eine größere Anzahl Jungkröten heranzuziehen als diese in der Natur aufgewachsen wären.

Im Rahmen einer sogenannten Bestandsstützung werden diese Jungkröten dann an Standorten im Landkreis Wolfenbüttel ausgewildert, an denen in den letzten Jahren Populationsrückgänge zu verzeichnen waren oder die früher vorhandenen Bestände der Wechselkröte sogar verschwunden sind. Auch am Entnahmestandort wurden Individuen ausgewildert, um den Verlust durch die Laichentnahme auszugleichen. Begleitet werden diese Maßnahmen von Habitatverbesserungen, um möglichst langfristig stabile Populationen der Wechselkröte aufbauen zu können.

Das erste Jahr der Aufzucht ist somit gut verlaufen, und das Projekt soll in den Folgejahren fortgesetzt werden. Mit den Erfahrungen aus dem ersten Jahr werden wir die Haltung weiter optimieren und hoffen im nächsten Jahr eine noch höhere Anzahl junger Wechselkröten für die Auswilderung zur Verfügung stellen zu können.

Bis zum 22.08.2019 konnten insgesamt 867 Jungkröten und zusätzlich über 3.000 Quappen ausgewildert werden, die alle der einen im Mai entnommenen Laichschnur entstammen.

Dr. Florian Brandes

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